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Seit dem Apple den iPod nano herausgebracht hat, ist klar: „Nano“ ist endgültig hip. Immer mehr Produkte und Firmennamen werden mit dem Kürzel versehen, das Wort vom neuen Hype macht schon länger die Runde. Wer die aufkommende Unruhe aber nur als weiteres Indiz für einen erratischen Turbokapitalismus wertet, irrt sich.
„Der Mensch ist in diesem Moment Zeitzeuge und Gestalter einer zweiten Genesis, einer grundlegend neuen Evolution von materiellen Strukturen, die wir heute noch nicht einmal richtig benennen können”, sagt der Physik-NobelpreisträgerGerd Binnig. Die Technik, die diesen Epochenwandel antreibt, bezeichnet man als Nanotechnik.
Ihre allgemein akzeptierte Definition lautet: Nanotechnik ist die Manipulation von Objekten und Strukturen, die kleiner als 100 Nanometer (100 Millionstel Millimeter) sind. Zum Vergleich: Die Zellen unseres Körpers sind daneben wahre Giganten, einige hundert Mal größer. Dabei werden häufig quantenmechanische Effekte ausgenutzt, die kein Gegenstück in der makroskopischen Welt haben.
Die Nanotechnik hat sich in den vergangenen Jahrzehnten aus verschiedenen Disziplinen heraus entwickelt: Biotechnik, Chemie, Physik und Halbleitertechnik haben sich in ihren Verfahren beharrlich in den Nanokosmos vorgearbeitet und vernetzen sich dort zunehmend. Diese Tatsache ist der Grund für den eigenartigen Charakter der Nanotechnik: An ihrem Anfang stand weder eine Idee wie die Rechenmaschine, die die Informationstechnik begründete, noch ein konkretes Produkt wie das Auto, um das herum eine ganze Industrie entstand. Es waren viele verschiedene Erfindungen und wissenschaftliche Entdeckungen im 20. Jahrhundert, die sich jetzt immer rasanter zu einer neuen Stufe der Technik an sich zusammenfügen.
Einige ihrer Anwendungen sind Weiterentwicklungen bekannter Technologien. Der britische Physiker Richard Jones unterscheidet deshalb: „inkrementelle Nanotechnik“, die Eigenschaften von Werkstoffen verbessert (z.B. chemische Nanotechnik); „evolutionäre Nanotechnik“, die existierende Technologien auf Nanoformat verkleinert (z.B. die Nanoelektronik); und „radikale Nanotechnik“, vor allem Nanomaschinen, die kein Vorbild in der Technikgeschichte haben.
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