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Die Nanotechnologie beschäftigt sich mit der Erzeugung, Erforschung und Nutzung extrem kleiner Strukturen. Die Vorsilbe "Nano" leitet sich aus dem Nanopartikel unter MikroskopGriechischen ab und bedeutet so viel wie "Zwerg". Ein Nanometer (nm = milliardstel Meter) ist ein millionstel Millimeter und entspricht ca. einem Zehntausendstel der Stärke eines menschlichen Haares, womit man sich schon im ultrakleinsten Bereich der Atome und Moleküle befindet. Auf diese Länge lassen sich ca. vier bis sechs Atome nebeneinander unterbringen. Nanoskalige Partikel (Nanopartikel) oder Polymere (kleiner 100 nm) sind die Bausteine dieser Technologie. Durch den gezielten Aufbau von Materialien auf atomarer Ebene sowie die Nutzung besonderer Phänomene, die in diesem kleinen Maßstab auftreten, wird eine enorme Fülle neuer Möglichkeiten eröffnet, und zwar in nahezu allen Bereichen wie Energie- und Umwelttechnik, IT-Branche, Medizin, Pharma. Auf atomarer Ebene gibt es keine Grenzen mehr zwischen Chemie, Biologie und Physik, das ganze wird zu einer Querschnittstechnologie, d.h., bei vielen Branchen wird es keine Abgrenzungen mehr geben. Die Nanotechnologie wird zukunftsweisend für die nächsten Jahrzehnte sein und eröffnet neue Marktpotentiale. In Expertenkreisen und Medien wird sie als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Deutschlandweit wird die Forschung auf diesem Gebiet in Form von Projekten zwischen öffentlichen Forschungseinrichtungen und Unternehmen der Wirtschaft gefördert. Es existieren spezielle Kompetenzzentren, die sich durch ihre thematische Spezialisierung unterscheiden. Diese Kompetenzzentren sind vernetzt mit z.B. Großbetrieben, Hochschulen, Universitäten, Forschungsinstituten, Handelskammern. Risikokapitalgeber beteiligen sich ebenso an der Finanzierung der Projekte wie Bund und Länder. Seit Januar 2004 schickt das Bundes-ministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den NanoTruck auf seine Reise durch Deutschland. Das Ausstellungsfahrzeug präsentiert einem breiten Publikum die komplexe und faszinierende Welt der Nanotechnologie.
Die Kampagne wurde ins Leben gerufen, um über den aktuellen Forschungsstand und die Entwicklungspotenziale der Nanotechnologie zu informieren. Ziel ist es zudem, den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu fördern.
Kernstück der Aktion ist der „NanoTruck“: Das Roadshow-Fahrzeug mit integrierter Ausstellung Nanotruck3besucht unter anderem Veranstaltungen an Schulen, Universitäten und Forschungseinrichtungen. Es ist bei Informationsveranstaltungen bei Unternehmen ebenso präsent wie bei Messen, Kongressen und Tagungen. Vor Ort angekommen verwandelt sich der Truck in eine mobile Erlebniswelt und bietet auf rund 60 Quadratmetern Raum für Wissenschaft „live“. So umfasst das Programm unter anderem eine Lasershow, ein Gewinnspiel zur Nanotechnologie, Multimediapräsentationen, Fuehrungen durch die Ausstellung, Tage der offenen Tuer, Vorträge und Diskussionsrunden. Zahlreiche Exponate, darunter Messgeräte, die Atome sichtbar machen, und Materialien mit verblüffenden Eigenschaften, vermitteln auf anschauliche Weise die faszinierende Welt der Nanotechnologie. Der Truck wird auf seiner Tour von erfahrenen Wissenschaftlern begleitet, die Fragen der Besucher aus erster Hand beantworten.

NanofestplatteSeit dem Apple den iPod nano herausgebracht hat, ist klar: „Nano“ ist endgültig hip. Immer mehr Produkte und Firmennamen werden mit dem Kürzel versehen, das Wort vom neuen Hype macht schon länger die Runde. Wer die aufkommende Unruhe aber nur als weiteres Indiz für einen erratischen Turbokapitalismus wertet, irrt sich.

„Der Mensch ist in diesem Moment Zeitzeuge und Gestalter einer zweiten Genesis, einer grundlegend neuen Evolution von materiellen Strukturen, die wir heute noch nicht einmal richtig benennen können”, sagt der Physik-NobelpreisträgerGerd Binnig. Die Technik, die diesen Epochenwandel antreibt, bezeichnet man als Nanotechnik.

nano-groessenvergleichIhre allgemein akzeptierte Definition lautet: Nanotechnik ist die Manipulation von Objekten und Strukturen, die kleiner als 100 Nanometer (100 Millionstel Millimeter) sind. Zum Vergleich: Die Zellen unseres Körpers sind daneben wahre Giganten, einige hundert Mal größer. Dabei werden häufig quantenmechanische Effekte ausgenutzt, die kein Gegenstück in der makroskopischen Welt haben.

Die Nanotechnik hat sich in den vergangenen Jahrzehnten aus verschiedenen Disziplinen heraus entwickelt: Biotechnik, Chemie, Physik und Halbleitertechnik haben sich in ihren Verfahren beharrlich in den Nanokosmos vorgearbeitet und vernetzen sich dort zunehmend. Diese Tatsache ist der Grund für den eigenartigen Charakter der Nanotechnik: An ihrem Anfang stand weder eine Idee wie die Rechenmaschine, die die Informationstechnik begründete, noch ein konkretes Produkt wie das Auto, um das herum eine ganze Industrie entstand. Es waren viele verschiedene Erfindungen und wissenschaftliche Entdeckungen im 20. Jahrhundert, die sich jetzt immer rasanter zu einer neuen Stufe der Technik an sich zusammenfügen.

Einige ihrer Anwendungen sind Weiterentwicklungen bekannter Technologien. Der britische Physiker Richard Jones unterscheidet deshalb: „inkrementelle Nanotechnik“, die Eigenschaften von Werkstoffen verbessert (z.B. chemische Nanotechnik); „evolutionäre Nanotechnik“, die existierende Technologien auf Nanoformat verkleinert (z.B. die Nanoelektronik); und „radikale Nanotechnik“, vor allem Nanomaschinen, die kein Vorbild in der Technikgeschichte haben.

 

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